Ein wahres Backpacker-Paradies: Die Pazifikküste von Nicaragua

Nicaragua ist das ideale Urlaubsziel für Reisende, die dem Touristen-Trubel der Nachbarländer entfliehen wollen. Über Nicaragua gibt es weder tausende Reiseführer noch unzählige Reise-Tips im Internet, und trotzdem – oder vielleicht noch deswegen – ist es eine Perle in Zentralamerika.

Fünf Tage hatten wir für Nicaragua geplant: Granada, San Juan del Sur und die Isla Ometepe. Dann würde es weiter gehen nach Costa Rica. Weil wir nicht so wild drauf los reisen wollten wie damals (aka. ohne Baby), buchten wir den Weiterflug von Managua nach San José bereits im Voraus. Ein Fehler?

Wer sich nicht in Nicaragua verliebt, der ist wahrscheinlich im All-Inclusive-Hotel am Strand von Cancún besser aufgehoben – in unserem Fall war es jedenfalls Liebe auf den ersten Blick: ein wahres Backpacker-Paradies, für das mehr als nur fünf Tage eingeplant werden sollten. Aber gut, eine selbstbemitleidende Träne ist vergossen und somit machten wir das Beste aus unserem Kurztrip.

Nur, was hat die Pazifikküste Nicaraguas, was alle anderen zentralamerikanischen Länder nicht haben?

  1. Bezahlbare Hotels. Ob Puerto Vallarta in Mexiko oder Manuel Antonio in Costa Rica, die Nord-Amerikaner haben die Schönheit dieser Orte für sich entdeckt. Natürlich ist das nicht weiter schlimm, hätten sie nur ihre Preise und die mehr als großzügige Zahlbereitschaft in der Heimat gelassen. In Nicaragua jedoch bestimmen noch die Einheimischen den Preis und selbst wenn sie den Touristen den ein oder anderen Córdoba mehr aus der Tasche ziehen, so hält sich trotzdem alles noch auf akzeptablem Niveau.
  2. Von Touristen noch nicht total entnervte Einheimische. In Nicaragua gibt es überall Reisende, Europäer, Amerikaner oder Australier, aber es gibt kaum einen Ort, an dem man mehr Touristen als Nicaragüenses trifft. Das trägt dazu bei, dass auch diese sich gerne mal mit uns unterhalten, anstatt uns nur ihre artesanías made in china aufzuquatschen (a la Cabo San Lucas).
  3. Jungfräuliche Strände im authentisches Ambiente. Wenn hier ein Unwetter den ganzen Sand vom Strand weggefegt hat, dann kümmern sich nicht mehrere Luxus-Hotelbesitzer geichzeitig darum, dass am nächsten Tag neuer weißer Sand am Strand liegt. Ganz im Gegenteil, dann ist der Strand plötzlich steinig. Ganz zu unserem Unmut, denn das Medi spielt doch so gerne im Sand. Das ist eben Mutter Natur pur.

Erster Stop: Granada zwischen Seen und Vulkanen

Urlaubsfeeling kommt bei mir meistens dann auf, wenn ich durch die automatische Schiebetür am Flughafen trete: die tropische Feuchte schlägt einem ins Gesicht, die Sonne brennt auf den Asphalt. So auch in Managua. Wir treten aus dem kleinen, überhaupt nicht Hauptstadt-gemäßen Flughafengebäude und auf dem Parkplatz wartet auch schon unser Mietwagen: Suzuki Jimny, unser „der automatisierte Rollschuh„. 😉

Weniger als zwei Stunden brauchen wir um die Strecke nach Granada zurückzulegen. Die Straßen sind ordentlich und die Schilder weniger wild als in unserer momentanen Wahlheimat.

In Granada selbst gibt es viele Restaurants. Dabei lohnt sich auch ein Blick in die Seitenstraßen der gut besuchten Fußgängerzone. Für Bücherliebhaber ist ein Besuch in der Lucha Libro unvermeidbar und auch Lederfanatiker finden viel kreative, handgefertigte Produkte.

An der Laguna de Apoyo verbringt man einen ruhigen Tag und kann sich im See oder mit frisch gepressten Säften eine Erfrischung gönnen. Wäre da nicht der atemberaubende Blick auf den Vulkan Masaya, könnte man glatt meinen, am Gardasee zu sein. 😉

Zweiter Stop: Surferspot und Fischerdorf San Juan del Sur(f)

Je nachdem wie viel Zeit und Lust auf Abenteuer ihr eingeplant habt, gibt es zwei Wege, um nach Playa Maderas zu kommen: die Panamericana bis nach Rivas und dann auf die NIC72 oder die Panamericana bis nach La Virgen und dann die NIC16. Weil google maps erstere Straße definitiv noch nie lang gefahren ist und sie (deshalb) als schnellere Route anzeigt, haben wir uns für diesen Weg entschieden. Wer ein Mietwagen ohne Allrad-Antrieb hat, sollte sich definitiv für die zweite Variante entscheiden.

San Juan del Sur ist umrundet von Urwald. Hier wecken einen morgens die schreienden Affen, während in Deutschland der Morgenvogel zwitschert. Rings um das Fischerdorf finden sich genügend Eco Lodges mit Shuttle-Service zu den Surfer- und Schwimmerstränden. Mit spitzen Ceviche, frischem Fisch, der angenehmen Meeresbrise, die dafür sorgt, die Sonnenhitze etwas erträglicher zu machen, nationalem Bier, Yoga-lessons am Morgen, Ventilatoren und Mosquito-Netzen in den Zimmern, lässt es sich hier gut leben.

Dritter Stop: Isla Ometepe

Was beim ersten Anblick an den Lago Atitlán in Guatemala erinnert, ist die bei Backpackern sehr beliebte Isla Ometepe. Obwohl unsere Zeit knapp war und der Flieger nach Costa Rica am nächsten Tag gehen würde, heizten wir von San Juan del Sur die Panamerican Richtung Norden und erreichten die Fähre um 10 Uhr.

Vor allem an alle Leser unter euch, die wie wir mit Kind unterwegs sind, ein wertvoller Tip (der, hätten wir um den Ernst der Lage früher gewusst, wahrscheinlich dazu geführt hätte, die Tour nicht zu machen). Die Standards in Lateinamerika sind natürlich nicht vergleichbar mit den Europäischen, aber diese Fähren haben wahrscheinlich noch vor dem zweiten Weltkrieg ihren Dienst in den, digamos, westlichen Ländern aufgegeben. Das Problem sind die Abgase. Wer die Überfahrt mit Kleinkindern trotzdem antritt, sollte auf jeden Fall eines der größeren Schiffe nehmen und nicht in den Kabinen sondern vorne am Bug Platz nehmen.

Auf Ometepe angekommen lohnt sich ein privater Fahrer, wenn man am selben Tag die letzte (große) Fähre um 16 Uhr zurück nehmen möchte. Der Blick auf den Vulkan Concepción war es auf jeden Fall wert.

Was sind deine Hop Spots in Nicaragua? Erzähle uns deine Geschichte. Wenn du aber noch nie in Nicaragua warst und ich deine Neugier geweckt habe, dann solltest du unbedingt auch diesen Reiseberichte lesen: Planet Backpack, the sweetest way, travlgedengl.

 

1 Comment

  1. Oh wow. Toller Bericht und traumhafte Bilder. Da bekommt man richtig Lust in den nächsten Flieger zu steigen. Wenn da nur die Arbeit nicht wäre …🙈

    Wir echt Zeit für die nächste Reise und noch mehr mein jämmerliches Spanisch zu überarbeiten 😅

    Liebe Grüße Kathrin

    Gefällt 1 Person

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