Galapagos: Mit Backpack und Baby zum Blaufußtölpel

Nach einem dreitägigen Stop in Quito geht die Reise weiter. Raus in den Pazifik zum ecuadorianischen Archipel: den Galapagos Inseln. 

Zwei Flugstunden vom Festland entfernt liegen sie, die dreizehn Inseln mit einer Biodiversität, wie ich sie bis dato noch nicht gesehen habe. Hier entscheidet (noch) die Tierwelt den Rhythmus der Zeit und Menschen sind Besucher, die größtenteils schlichtweg ignoriert werden.

Warum das „noch“ in Klammern? Eigentlich stellte ich mir die Inseln unbewohnter und verwildeter vor, als sie dann im Endeffekt waren. Zumindest trifft das auf die Hauptinsel Santa Cruz zu. In dem kleinen Hafenörtchen Puerto Ayora gibt es von Restaurants und Supermarkt über Hotels aller Preis-und Luxus-Klassen bis hin zu medizinischer Versorgung alles, was eine traveller-Familie brauchen könnte.

Unnützes Wissen: Ich habe sogar Hygieneartikel gefunden, nach denen ich seit über zwei Jahren in Mexiko Ausschau halte. Ja, die Marke Ob hat es tatsächllich auf die Galapagos Inseln geschafft. In Mexiko bekommen die nur die Zollbeamte zu Gesicht, wenn eine Expat-Frau oder Auslandssemesterstudentin wieder ein Päckchen aus der Heimat zugesendet bekommt.

Unsere Route: Was Reisende auf Santa Cruz alles erleben können

Der Ausgangspunkt unseres fünftägigen Aufenthalts auf den Galapagos Inseln war also Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Von Baltra – der Flughafeninsel – dauerte es circa zwei Stunden, bis wir die Hafenstadt erreichten. Die kurze Überfahrt von Insel zu Insel läuft routiniert ab und es ist nicht nötig von zuhause aus Bus, Boot oder Taxi zu mieten. Die fünf Minuten auf dem Wasser kann man super nutzen, um mit anderen Reisenden eine geteilte Taxifahrt zu arrangieren. Geteilte Kosten sind schließlich immer ein guter Start in den Urlaub. Und ganz im Sinne der Inselpolitik ist man auch gleich umweltbewusster unterwegs.

Tag 1: Puerto Ayora

Angekommen im familienbetriebenden Guesthouse schugen wir unser Quartier im großzügige Appartments mit Küche, Ventilator und Außenbereich auf und gönnten uns ein paar ruhige Minuten unter dem Ventilator. Nach drei Tagen Regen und Kälte in Ecuadors Hauptstadt, mussten wir uns erst wieder an die Wand aus Hitze und Feuchtigkeit gewöhnen.

Tag 1_Galapagos
Schon beim ersten Bummeln durch die Straßen, waren wir geflashed vom Bild, das sich uns bot: Robben und Pelikane schlendern über den Fischmarkt, genauso entspannt wie Touristen und einheimische Käufer.

Tag 2: Tortuga Bay

Die Tortuga Bay an sich war nicht das Highlight des Tages. Da wir den zweiten Tag genauso entspannt begannen, wie wir den ersten beendeten, erreichten wir die Bucht gegen Mittag, zusammen mit den meisten anderen Touristen und Reisenden. Bei so vielen Menschen hätte ich als Schildkröte auch keine Lust mehr mich blicken zu lassen und so bekamen wir an diesem Tag kein einziges Panzertier zu Gesicht. Hier heißt es: der frühe Vogel fängt den Wurm, beziehungsweise der Frühaufsteher schwimmt mit den Krötis.

Tag 2 Galapagos
Hybrid-Iguana leben zwar im Wasser und an Land, aber ausschließlich auf den Galapagos Inseln.
Aber auf Galapagos ist kein Tag ein verlorener Tag. Alleine der Weg zur Schildkrötenbucht lohnt sich. Anfangs hieß es, sie kann nur zu Fuß erreicht werden, später erfuhren wir von dem Wassertaxi, das jede Stunde vom Hafen in die Bucht fährt. Aber mindestens eine einfache Strecke sollte zu Fuß zurückgelegt werden, bestenfalls nicht in der Mittagshitze, denn ein guter Kilometer verläuft direkt am Strand.

Dieser Strandabschnitt lädt mit seinen brecherischen Wellen nicht unbedingt zum Schwimmen ein. Aber dort, wo auch die Hybrid-Iguanas ins Wasser gehen, ist es strömungsfrei und das warme glasklare Wasser verleitet zum planschen. So kam es, dass ich mich im Wasser aalte, als ich entdeckte, dass auch ein kleiner Hai ein Sonnenbad nahm – einen guten Meter entfernt von mir. So schnell wie in diesem Moment, bin ich wohl noch nie zurück an den Strand gerannt.

Tag 3: Los Gemelos, Schildkröten-Farm und die Darwin-Forschungsstation

Die Zwillingskrater können mit dem Fahrrad oder zu Fuß besucht werden. Wir entschieden uns (mal wieder) für die faule mit-Kind-Variante und mieteten uns einen privaten Fahrer. Auf dem Weg liegt auch die Schildkröten-Farm.

Dahm_Riesenschildkröte_2
Foto mit freundlicher Unterstützung von unserer Urlaubsbekanntschaft, dem Tierfotographen Wolfgang Dahm. Für mehr Tieraufnahmen geht es hier zu seiner Website: Dahms Tierleben.

Tag 4: Seymour Norte und Mosquera

Mindestens einen Ausflug auf eine andere Insel wollten wir auf jeden Fall mitnehmen. Zuhause hatten wir uns schon besprochen, was unsere Favoriten wären und vor Ort wägten wir die Natur-Begebenheiten Wind und Strömung mit den Einheimischen ab. Das Ergebnis: Seymour Norte und Mosquera.

mosquera
Die Insel Mosquera
Mosquera ist eine dieser Inseln, um die sich Geologen (oder waren es die Geographen?!) darum streiten, ob es nun wirklich eine Insel, oder doch nur eine Sandbank ist. Fest steht wenn Robinson Cruso hier gestrandet wäre, wäre er nach wenigen Stunden an einem Hitzeschlag gestorben.

Dahms_Fregata minor
Fregattvögel auf Seymour Norte
Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter nach Seymour Norte und zu meinen lang ersehnten Blaufußtölpeln.

 

Dahms_Sula nebouxii (2)
Blaufußtölpel beim Paarungstanz
Beide Inseln sind nur sehr spärlich bis überhaupt nicht mit schattigen Rückzugsorten versehen. Ein UV-undurchlässiger Regenschirm, ein Tuch, Sonnenhut und Sonnencreme sollten ein ständiger Begleiter sein – vor allem bei Reisen mit Kleinkindern.

Dahms_Blaufußtölpel mit Jungem
Blaufußtölpel mit Jungen

Tag 5: Las Grietas

An unserem letzten Tag wanderten wir in den Mangroven zum Felsspalt de las Grietas. Eine kalte Bergquelle vermischt sich mit Meereswasser und die Abkühlung ist eine willkommene Abwechslung.

IMG_3783 (1)
Zum Abschluss gönnten wir uns noch eine spitzen Seafood Ceviche. Für Fisch- und Meeresfrüchteliebhaber ist Puerto Ayora sowieso ein Traum. Von schicken Restaurants an der Promenade bis zu den klassischen ecuadorianischen Straßenständen im Kiosco gibt es alles, was den Fischernetzen nicht davon geschwommen ist.

Backpack-Tour mit Baby zu den Galapagos Inseln

Und zum Schluss noch ein paar Tipps, was vor der Reise geplant werden sollte, und was besser auf den Inseln organisiert wird. Generell ist es mit Baby definitiv nicht empfehlenswert ein Wassertaxi von der Insel Santa Cruz zur Insel Santa Isabela oder iner anderen Insel zu nehmen. Die Fahrt dauert mindestens 2 Stunden und der Pazifik ist nicht vergleichbar mit den seichten Gewässern in Kuna Yala. Nicht wenige Erwachsene müssen sich bei der Überfahrt übergeben und leiden noch Stunden später an der Landkrankheit. Wer das Abenteuer mit Kind trotzdem wagt und das Archipel nicht verlassen möchte, ohne so viele Inseln wie möglich gesehen zu haben, dem empfiehlt sich ein (nicht gerade günstiger) Flug in einer kleinen Propeller-Maschine.

Was vor der Reise geplant werden sollte:

  • Vor der Reise sollte man sich erkundigen, was eingeführt werden darf und was nicht. Die Bestimmungen ändern sich immer mal wieder. Ungeöffnete Babynahrung war bei uns kein Problem. Frisches Obst ist tabu.
  • Ein Hotel für die ersten Nächte sollte auf jeden Fall im Voraus gebucht werden. Zwar war während unserem Aufenthalt kaum ein Hotel voll ausgebucht, aber es reist sich eindeutig entspannter mit einer Unterkunft, die man ansteuern kann.

Was besser auf den Inseln organisiert wird:

  • Zwar haben wir in allen Reiseführern gelesen, dass die Tours besser im Voraus gebucht werden, aber selbst bei Ankunft gibt es noch genügend Auswahl und in der Hafenstadt Puerto Ayora mangelt es auch nicht an Anbietern. Vor allem bei Reisen mit Kindern ist der Vorteil beim Buchen vor Ort, dass man sich die Boote zeigen lassen kann, und den Anbietern besser klar machen kann, dass ein wackliges Boot mit Baby absolut nicht akzeptabel ist. Verhandeln lässt es sich auch leichter von Angesicht zu Angesicht. Nur wenn man wenig Zeit hat und eine bestimmte Insel sehen möchte, kann man einige Tourgesellschaften schon im Internet kontakieren, denn die Inseln werden an festen Tagen in der Woche angesteuert.
  • Schnorchel-Equipment muss nicht unbedingt mitgebracht werden, nimmt auch nur unnötigen Platz im Rucksack weg. Jeder Touranbieter verleiht die Ausrüstung auch tagesweise.

 

Fotos markiert mit Dahms-Tierleben stammen mit freundlichen Grüßen von unserer Urlaubsbekanntschaft, dem Tierfotographen Wolfgang Dahm. Für mehr Tieraufnahmen geht es hier zu seiner Website: Dahms Tierleben. Quelle weiterer Fotos: privat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s